Gruppe Salzgitter: Rückschau




10.03.2015

Flagge zeigen für Tibet

Seit 1996 weht von vielen Rathäusern am 10. März in Deutschland die Tibet-Flagge. Dieser Aktionstag soll an den Aufstand der Tibeter von 1959 gegen die chinesische Besatzung erinnern. Der Protest des tibetischen Volkes wurde von Chinas Volksbefreiungsarmee blutig niedergeschlagen. Es gab über 80.000 Tote zu beklagen. Wie so viele Tibeter musste auch der Dalai Lama ins Exil fliehen.

Mit dieser Aktion zeigen Städte und Kommunen ihre Solidarität mit dem tibetischen Volk und dringen auf den Schutz der Menschenrechte in dem Land. 2014 beteiligten sich in der Bundesrepublik 1.250 Städte und Gemeinden an dem Gedenktag des Volksaufstandes der Tibeter, laut der Tibet-Initiative Deutschland e.V. (TID).

Die Chinesische Botschaft hatte im Vorfeld an Städte und Gemeinden "höfliche" Briefe versendet, in denen sie empfahlen, sich an dieser Aktion nicht zu beteiligen. Der Oberbürgermeister Salzgitters hat sich dieser "Empfehlung" gefügt und der Tibet-Initiative mitgeteilt, dass die Stadt dieses Jahr keine tibetische Fahne hissen wird.

Spontan beschlossen daher AI-Mitglieder, die gleichzeitig Unterstützer der Tibet-Initiative Deutschland e.V. sind und die GRÜNEN Salzgitter, am 10. März statt der Beflaggung einen gemeinsamen Informationsstand in der Fußgängerzone von SZ-Lebenstedt durchführen.

Viele Tibeter fühlen sich von der Weltgemeinschaft allein gelassen und betrachten ihre Lage derart hoffnungslos, dass ihnen als letztes Mittel nur die Selbstverbrennung erscheint, um auf die Unterdrückung Chinas im Hinblick ihrer Kultur, Religion und Identität aufmerksam zu machen.




05.09.2015

Besuch in Bergen Belsen

Vor 70 Jahren endete der Zweite Weltkrieg und die vielen Konzentrationslager wurden befreit. In Bergen Belsen rückten am 15. April 1945 britische Truppen ein und dokumentierten in Bild und Ton die unermesslichen Grausamkeiten, die Menschen anderen Menschen antun können.

Am 5. September unternahm die Amnesty-Gruppe Salzgitter einen Ausflug nach Bergen-Belsen. Wir hatten eine Führung gebucht und wurden von einem engagierten jungen Mann mit der Geschichte des Lagers bekannt gemacht. Ein Gang über das Gelände führte uns zu den Orten des eben referierten Geschehens. Es war ein trüber Spätsommertag. Auf den Massengräbern blühte die Heide. Es war alles so friedlich. Und dennoch liefen im Kopf andere Bilder ab.

2007 errichtete die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten ein großes Dokumentationszentrum. Für die Ausstellung wurden historische Texte, Fotografien, Dokumente, Gegenstände zusammengetragen. Am meisten bewegen die zahlreichen lebensgeschichtlichen Videointerviews mit Überlebenden. Schockierend sind die Originalfilme, die die Briten in den ersten Tagen der Befreiung im Lager gedreht haben.

Es war kein lustiger sondern ein berührender Ausflug. Wir waren uns einig, dass man sich diesen abscheulichen Abschnitt unserer Geschichte immer wieder vor Augen führen muss, um Tendenzen in diese Richtung entgegen zu treten.

Leider wird nationalsozialistisches Gedankengut in der letzten Zeit wieder offen zur Schau getragen. Wir dürfen das nicht zulassen, denn: Alle Menschen sind gleich!

   



10.12.2015

Tag der Menschenrechte

Unsere Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte lief diesmal unter dem Titel "Kultur und Menschenrechte" und fand in den Räumen von AWISTA statt.

Den Auftakt bildeten Marion und Andrea mit Gitarre und Gesang. Sie hatten zum Thema passende Lieder ausgesucht. Danach betraten 11 Damen die Bühne und ließen Lieder aus ihrer russischen Heimat erklingen. Als Fudaruschki-Chor sind sie ein Projekt von AWISTA. Eine Saz-Spielerin und ihr Gesangspartner brachten viel Gefühl in ihre Darbietung.



   



Der besinnliche Teil begann. Rita Ullrich verlas die Festrede von Astrid Lindgren, die diese anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978 in der Frankfurter Paulskirche gehalten hatte. Die AWISTA-Stadtteilmütter, meist aus dem türkischen oder arabischen Raum, trugen ihre Gedanken zum Leben in der neuen Heimat und in der neuen Kultur vor. Zu Herzen ging der Bericht eines syrischen Flüchtlings von seinen Erlebnissen während der Flucht nach Deutschland. Die gezeigten Videos über unbegleitete, jugendliche Flüchtlinge und die unterschiedliche Willkommenskultur in Deutschland bewegte die Zuschauer.

Christa Christlieb bedankte sich bei den Gästen für ihr Interesse an unseren Themen und ihre Spendenbereitschaft. Ihre Verabschiedung bezog sich nicht nur auf diesen Abend. Nach vielen Jahren als Gruppensprecherin und als das Gesicht der Amnesty-Gruppe Salzgitter verabschiedete sie sich auch von diesem Amt. Wegbegleiter dieser Zeit hatten ihren Dank und ihre guten Wünsche in Briefen formuliert, die gebündelt in einer dicken Mappe zum Abschied überreicht wurden.



   

Christa Christlieb bleibt der Gruppe weiterhin treu. Die neue Gruppensprecherin ist Asiye Berge (links).



März 2016

Bericht aus Salzgitter

Unsere Gruppe hat sich verjüngt. Das machte sich umgehend Anfang des Jahres bemerkbar. Unsere Gruppensprecherin besuchte ein RAP-Konzert und informierte die dortigen, meist jungen Gäste über Amnesty International.

Am 8. März zum Internationalen Frauentag bauten wir unseren Infostand am altbewährten Ort im Gewerkschaftshaus auf. Einige Tage später feierten die Aleviten aus gleichem Anlass - mit unserer Beteiligung. Für beide Termine hatten wir Unterschriftenlisten zu Men++++schenrechtsverletzungen an Frauen vorbereitet.

Kolumbien: Beim bewaffneten Konflikt im Land sind vor allem Frauen und Mädchen sexueller Gewalt ausgesetzt. Bereits 2003 stellte das Verfassungsgericht fest, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen gewohnheitsmäßig, systematisch und weitverbreitet ausgeübt wird. 95% der Täter kommen straffrei davon. Der kolumbianische Staat ist damit gescheitert, die Rechte der Opfer auf Gerechtigkeit und Wiedergutmachung durchzusetzen.

Sierra Leone: Schwangeren Mädchen wird untersagt, die Schule zu besuchen und Prüfungen abzulegen. Teilweise wird die Privatsphäre der Mädchen missachtet und es werden Schwangerschaftstests durchgeführt. Damit wird ihnen das Recht auf Nicht-Diskriminierung und Bildung genommen. Die Chance, ein sicheres Arbeitsverhältnis zu finden, wird gemindert.

In beiden Fälle konnten wir weit über 100 Menschen gewinnen, die mit ihrer Unterschrift gegen diese Zustände protestiert haben.



Am 13. März, dem Tag gegen Rassismus, der traditionell im lokalen Gewerkschaftshaus begangen wird, sammelte die Gruppe Unterschriften für diskriminierte Roma in Rumänien

Weitere Termine waren der Gesundheitstag am 28. März und der Tag der Arbeit am 1. Mai; jeweils mit Infoständen von Amnesty International.



28.9.2016

Einladung ins AUGUSTINUM

Bei zahlreichen Gelegenheiten in der Vergangenheit konnten wir die AMNESTY-Aktion "Vier-mal-im-Jahr" in Kirchengemeinden und Schulen oder bei unseren öffentlichen Veranstaltungen vorstellen. Kürzlich trat Frau Baumann, die Seelsorgerin der Braunschweiger Seniorenresidenz AUGUSTINUM an uns heran. Sie, die bei oben genannter Aktion schon mehrere Jahre aktive Schreiberin ist, meinte, dass viele Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses durchaus gesellschaftlich interessiert sind und sich vielfach aktiv betätigen. So lud sie mich zu einer Informationsveranstaltung ins AUGUSTINUM ein, um von dieser Briefaktion zu berichten.

Ich rechnete mit 20-30 interessierten ZuhörerInnen. Wunderte mich aber, als ich in den Saal des Hauses geführt wurde, der sich nach und nach mit der mehrfachen Anzahl füllte. Infolgedessen lauschte eine eindrucksvolle Zuhörerschaft meinen Ausführungen über die Mitmach-Aktion "Vier-mal-im-Jahr".

Unter diesem Begriff bekommen Interessierte pro Vierteljahr einen Appellfall gemailt, der von der AMNESTY INTERNATIONAL(AI)-Zentrale vorher sorgfältig geprüft wurde. Wir liefern zu diesen ausgewählten Appellfällen einen vorgefertigten Brief, der von der Schreiberin/dem Schreiber lediglich noch mit seinem Absender und dem Datum versehen, unterschrieben und abgeschickt wird. Wahlweise formuliert die Schreiberin/der Schreiber selbst einen Brief zu dem betreffenden Appellfall.

Nach meinen Erläuterungen wurde unter anderem die Frage nach der Wirksamkeit solcher Appellschreiben gestellt. Die konnte ich anhand der Bilanz der vergangenen Jahre eindeutig beantworten. Demzufolge ist in mindestens einem Drittel aller Fälle, die AI aufgenommen hat, eine Verbesserung der Situation der bedrohten oder misshandelten Menschen zu beobachten. Sie werden freigelassen, Folterungen und Misshandlungen können verhindert oder unterbunden werden, Häftlinge bekommen endlich die dringend erforderliche medizinische Versorgung, ihre Haftbedingungen bessern sich merklich, man gewährt ihnen den Kontakt zu ihren Familien und zu Rechtsanwälten oder ein Todesurteil wird in eine Haftstrafe umgewandelt. Weitere Fragen machten das Interesse an der Aktion deutlich, so dass sich eine engagierte Mitbewohnerin als Ansprechpartnerin für diese Appellfälle zur Verfügung stellte. Sie bekommt zukünftig alle Vierteljahre, also: "Vier-mal-im-Jahr" von uns die Fallbeschreibungen plus Appellbrief gemailt, die sie kopiert und an die Teilnehmenden im Hause verteilt. Eine derart interessierte und aufmerksame Zuhörerschaft hatte ich nicht erwartet. Demnächst werden zu unseren über 200 Appell-Schreiberinnen und -Schreibern noch eine Anzahl weiterer hinzukommen. Genau das sind die Momente, die den Einsatz für die Menschenrechte belohnen. Falls Sie sich für diese Aktion interessieren, und ebenfalls in das Aktionsnetz "Vier-mal-im-Jahr" aufgenommen werden wollen, wenden Sie sich bitte an:
Christa Christlieb - Gruppe 1641 Salzgitter



08.03.2017

Internationaler Frauentag

Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Wie jedes Jahr wurde ins Gewerkschaftshaus Salzgitter eingeladen. Unsere Amnesty-Gruppe hatte einen Infostand aufgebaut. Bevor es mit dem kurzweiligen Vortrag "Die rosa Horror Picture Show" losging, sammelten wir Unterschriften für eine Eilaktion in Vietnam. Tran Thi Thu, eine politische Gefangene, die sich für Landrechte einsetzte, wurde zu einer achtjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. 2015 wurde bei ihr ein Gebärmuttertumor diagnostiziert. Trotz großer Schmerzen verweigert man ihr eine medizinische Behandlung. Die finanzielle und ärztliche Unterstützung der Familie wird nicht zugelassen.



Amnesty setzt sich für die sofortige Freilassung und die fachärztliche Behandlung von Tran Thi Thu ein.



21.03.2017

Internationaler Tag gegen Rassismus

Der 21. März ist Internationaler Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung. Unsere Amnesty-Gruppe konnte im Gewerkschaftshaus Salzgitter einen Infostand aufbauen. Die wunderbaren Plakate und Postkarten mit den provokanten Fragen
  • "Welche Hautfarbe hat Kreativität?"
  • "Welche Augenfarbe hat Freundlichkeit?"
  • "Welche Herkunft hat Sportlichkeit?"
regten zu lebhaften Diskussionen mit den Besuchern an. Viele unterschrieben die Petitionslisten, mit denen wir uns für die Rechte der Indigenen in Kanada einsetzen.






01.05.2017

Tag der Arbeit

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, rufen die Gewerkschaften zu Kundgebungen und Demonstrationen auf. Der Treffpunkt in Salzgitter ist traditionsgemäß die Alte Feuerwache.



Unsere Amnesty-Gruppe erinnerte bei dieser Veranstaltung an zwei Gewerkschafter im Iran. Sie verbüßen lange Haftstrafen, weil sie friedlich gewerkschaftliche Aktivitäten ausgeübt haben. Ismail Abdi ist Vorsitzender der Lehrergewerkschaft. Jafar Azimzadeh ist Leiter der "Freien Vereinigung der Arbeiter im Iran". Der Iran ist Unterzeichnerstaat des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte und des Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Amnesty betrachtet beide Männer als gewaltlose politische Gefangene. Viele Gewerkschafter setzten sich mit ihrer Unterschrift für die sofortige und bedingungslose Freilassung ihrer iranischen Kollegen ein.



04.05.2017

IGesundheitstag in Salzgitter

Zum wiederholten Mal fanden in der Begegnungsstätte BRÜCKE die "Gesundheitswochen Fredenberg" statt. Interessierte konnten sich rund um das Thema Gesundheit informieren. Gesunde Ernährung, Vorsorgeuntersuchungen, sportliche Aktivitäten, nette Gespräche. Auch Schulklassen zählten zu den Besuchern. Nicht überall in der Welt stehen den Menschen solche Angebote zur Verfügung. Stattdessen werden die, die sich dafür einsetzen, vom Staat verfolgt.



Aktuell hatten wir eine Petitionsliste für einen Arzt im Sudan vorbereitet. Mohamed Yasin Abdalla gründete in seinem Heimatland zusammen mit Kollegen ein Komitee. Sie riefen zu einem Streik auf und forderten für die Krankenhäuser eine angemessene Unfall- und Notfallausstattung und die kostenlose Behandlung von kritisch Kranken und Kindern unter fünf Jahren. Der Arzt wurde wegen "Gefährdung des Gesundheitssystems" festgenommen. Ihm drohen Folter und Misshandlungen.

Für seine Freilassung setzte sich eine beträchtliche Anzahl von Besuchern mit ihrer Unterschrift ein.



09.05.2017

Zu Gast in Lesse

Zum wiederholten Male war unsere Gruppe Gast bei dem Landfrauenverein SZ-Lesse. Wir hatten Gelegenheit, unsere interne Amnesty-Aktion "4-mal-im-Jahr" vorzustellen. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von BriefeschreiberInnen, denen wir vierteljährlich einen Appellfall zusenden. Zusätzlich bekommen die Akteure einen vorgefertigten Brief, der sich auf den jeweiligen Fall bezieht. Dieser soll lediglich ausgedruckt, mit Absender, Datum und Unterschrift versehen und an die betreffende Regierungsstelle abgeschickt werden. So beteiligen sich inzwischen über 200 Personen an dieser Aktion, von denen viele vermutlich selten oder gar nicht mit dem Thema Menschenrechte in Berührung kämen. Die Vorstellung dieser Aktion bescherte der Gruppe einige neue Schreiberinnen.



Anschaulich für die Zuhörerinnen wurde das Thema Menschenrechte durch den Bericht einer jungen Syrerin, die die Zustände in ihrer Heimatstadt Damaskus schilderte. Die zunehmende Willkür und der immer stärker werdende Druck von Seiten der Polizei und Sicherheitskräfte zwangen sie und ihren Bruder schließlich zur Flucht. Ihren Eltern verblieben keine Mittel ebenfalls das Land zu verlassen. Eindringlicher hätten wir das Thema Menschenrechte nicht transportieren können.



17.09.2017

Salzgitter spielt

Zum Weltkindertag fand das Spielfest "Salzgitter spielt" auf der Wiese am Piratenspielplatz am Salzgittersee statt. Mit unterhaltsamen und beliebten Spielen sowie Aktionen für Klein und Groß wurden Familien in Bewegung gebracht. Neben weiteren Akteuren beteiligte sich auch unsere Amnesty Gruppe mit einer Mal- und Bastelaktion. Das Wetter spielte anfangs mit und die Kinder standen regelrecht Schlange, um Fähnchen mit der Amnesty-Kerze auszumalen und Teelichthalter mit Amnesty-Logo anzufertigen. Für die Eltern lag Infomaterial über unsere Organisation bereit.



Leider brach die Aktion durch Einsetzen eines Gewitters abrupt ab. Doch alle vorbereiteten Fähnchen waren ausgemalt und zahlreiche Amnesty-Luftballons waren verteilt.



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